Heilpädagogik - Geschichte

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Heilpädagogik in Iran

Die Geschichte der Heilpädagogik in Iran (Autorin: Melanie Müller)

 

Überblick: Relevante Prozesse, Strukturen, Daten

Allgemeine Entwicklungen

  • Jahrhunderte lang sorgten traditionelle Koranschulen (Maktab) und die weiterbildenden religiösen Schulen (Madrasa) auf herkömmliche Weise für die Erziehung und Bildung im Iran. Sie haben ihre Funktion bis in die Gegenwart behalten und sind besonders seit 1979 wieder aufgelebt. 
  • 1850/51 wurde eine entscheidende Erweiterung des Erziehungs- und Bildungswesens im Iran eingeleitet. Sie war Teil der Reformbewegungen, die das gesamte iranische Staatswesen grundlegend betrafen. Der Bedarf an Führungskräften in Armee und Verwaltung gab Anlass für die staatliche Förderung im Bereich der höheren Lehranstalten.
  • Die ersten Primar und Sekundarschulen wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch private Initiative errichtet (1901 gab es 21 Primarschulen, davon 17 in Teheran).
  • Gesetze von 1911 sahen den Aufbau einer staatlichen Schulorganisation weitgehend nach französischem Vorbild vor. Außerdem wurde die Schulpflicht für die Kinder vom siebten Lebensjahr an und der Bau von Schulen im ganzen Land gefordert, auch in den Dörfern.
  • 1965 wurde das Grundmodell eines neuen Schulsystems vorgelegt, das die gesamte voruniversitäre Ausbildung umfasste. 


Umgang mit behinderten Menschen nach der Islamisierung des Iran

  • Über den Umgang mit behinderten Menschen im Iran vor der Islamisierung ist nichts bekannt, da arabische Eroberer nach 651 alle Bibliotheken in Brand setzten
  • Die Situation der Behinderten hat sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht wesentlich geändert seit der Islamisierung 634 n. Chr. geändert
  • Ein behindertes Kind wurde von den Eltern meist verheimlicht
  • Oft wurden behinderte Kinder ausgesetzt oder getötet
  • 1920 kam der deutsche Pastor Ernst Christoffel (geb. 1876) mit drei weiteren Missionaren in den Iran
  • 1921 mieteten die vier Missionare ein kleines Haus in Täbris im  Iran. Die Blindenfürsorge als Hauptanliegen vor Augen, hatten sie es sich doch zum Prinzip gemacht, keinen Hilfsbedürftigen von der Tür abzuweisen
  • In der Stadt Isfahan bezogen die Missionare 1929 außerhalb der Stadt ein größeres Haus.
  • In den 1920er Jahren  befasste sich Sabith Behrus – ein iranischer Wissenschaftler - über die Erziehung der Taubstummen und Gehörlosen
  • 1925 gründete Idabar Baghcheban die erste Schule für Gehörlose und Taubstumme
  • 1940 mussten Christoffel und seine Mitarbeiter wegen des zweiten Weltkrieges das Land verlassen. Zehn Jahre später kam Christoffel in den Iran zurück, um seine Arbeit fortzusetzen
  • 1947 wurde der Verein Sozialdienst (Sasemane Khademate Edjitemai), eine Organisation der königlichen Stiftung, gegründet
  • Der Verein hat im Jahre 1948 mit der Gründung einer Gewerbeschule namens "Rudaki" für Behinderte die Verantwortung für Fürsorge und Bildung der Behinderten übernommen
  • In Teheran wurde 1960 ein Zentrum für Gehörlose durch die Initiative von Gehörlose selbst gegründet
  • Das Schulgesetzes vom 5. August 1964 legte die Gründung spezieller Schulen für behinderte Kinder fest
  • 1967 wurde vom Kultusministerium das Ministerium für Sonderpädagogik (MSP) gegründet.
    • zu diesem Zeitpunkt sorgten landesweit 327 Lehrkräfte mit oder ohne Lehramtstudium für die Ausbildung von 1355 behinderten Schülern. Diese Zahl stieg bis zurzeit vor der islamischen Regierung, d.h. bis zum Jahre 1977, auf 8.360 Schüler, die von 1331 Lehrkräften (mit oder ohne Lehramtsstudium) unterrichtet wurden
  • In wesentlich sind zwei Organisationen für die Belange behinderter Menschen zuständig:
    • die Nationale Blindenwohlfahrtsorganisation (1971) (Sasemane Khademate Edjitemai)
    • die Nationale Sprachbehindertenorganisation (1971) (Sasemane Refah Naschnawajan).
  • 1980 wurde das Ministerium für "Gesundes Leben" (persisch: Sasemane Behsisti Keschwa) vom Gesundheitsministerium gegründet. Diese Behörde übernahm alle früheren Aufgaben des MSP

 

Literatur


 Literatur

Akhlghi-Kohpai, Hossein: Sonderschulische Förderung im Iran. Eine kritische Analyse und der Versuch eines Entwicklungskonzeptes. Marburg/Lahn 1989

Rahimzadeh-Oskui, Rahim: Das Wirtschafts- und Erziehungssystem in der Geschichte Irans: Heterozentrismus - Autozentrismus. Frankfurt/ M., 1981

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