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Die Entstehung von Erziehungsberatungsstellen
In der Entwicklung von Erziehungsberatungsstellen sind verschiedene
Entwicklungstendenzen nachvollziehbar, die eigentlichen Anfänge
sind jedoch schwer erkennbar.
- 1883 Max Taube, Leiter der Leipziger Ziehanstalt, berät
Pflegemütter unehlicher Kinder Erziehungsfragen
- 1896 Eröffnung der "Psychological Clinic
Lightner Witmer" an der Universität Pennsylvanias (1. Psychologische
Klinik)
Sully beginnt in London im psychologischen Labor
mit der Untersuchung von Problemkinder
- 1903 Errichtung einer heilpädagogischen Beratungsstelle
durch den Kriminalpsychologen W. Cimbal
- 1906 Gründung der "Medico- pädagogische Poliklinik für Kinderforschung,
Erziehungsberatung und ärztliche erziehliche Behandlung" von
Dr. Med. Fürstenheim in Berlin
Goddard
gründet die "Psychological Clinic for subnormal children"
in Vineland (USA)
- 1909 Der Psychiater W. Healy errichtet in Chicago
die 1. "Child Guidance Clinic" (27 Jahre später gibt
es in den USA bereits 678 solcher Kliniken)
- 1916 Einrichtung einer "Jugendsichtungsstelle"
in Frankfurt/ Main von Fürstenheim
- 1917 August Homburger eröffnet die erste
heilpädagogische Beratungsstelle in der Ambulanz der Universitätsklinik
in Heidelberg
- 1918 Johannes Prüfer ruft den "Verein
zur Förderung der häuslichen Erziehung" ins Leben. In diesem Rahmen richtete er Beratungsstellen im ganzen Dt.
Reich ein.
- 1920 Gründung der 1. Erziehungsberatungsstelle (EBS)
in Wien (baut auf Adlers
Individualpsychologie)
- 1922 Alfred Adler nimmt in seinem Werk
"Heilen und Bilden" Stellung zu der Arbeit in Erziehungsberatungsstellen:
"In der Familie entstanden, kann die Verwahrlosung durch die Familie
nicht geheilt werden."
- 1. Erziehungsberatungsstelle in München gegründet vom
Nervenarzt Seif
- Mit dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) erhalten
die EBS eine gesetzliche Grundlage
- 1924 Beginn mit der Einrichtung von Jugendämtern
- 1928 Adler hält am Pädagogischen Institut in Wien
eine Vorlesung für Lehrer und Erzieher zum "Umgang des
Lehrers mit erziehungsschwierigen Schülern"
- 1929 Das Jugendamt der Stadt Köln richtet
eine Stelle für Erziehungsberatung ein. Mittlerweile existieren
42 Beratungsstellen im Dt. Reich. Die Bezeichnung "Erziehungsberatungsstelle"
hat sich nun auch durchgesetzt
- 1933-45 konsequente Auflösung der Erziehungsberatungsstellen
während des 3. Reiches bzw. Umgestaltung zur Nationalsozialistischen
Volkswohlfahrt
Zahlreiche deutsche Fachleute emigieren
in die USA
- ab 1945 angloamerikanisches Modell "Child Guidance Clinic"
richtungsweisend. (u.a. Beratung von mit Behinderung betroffenen
Familien)
- 1956 Weltgesundheitsorganisation empfiehlt
1 Beratungsstelle (Team von 4-5 Fachkräften) auf 45.000 Einw.
- 1961 Gründung der "Bundeskonferenz für
Erziehungsberatung e.V."
- Im weiteren Verlauf:
- Gesprächspsychotherapie,
etwas später Verhaltenstherapie werden Bestandteil der Erziehungsberatung
- in den 1970er Jahren
Bewegung durch systemische Familientherapie
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